Archive for the ‘documenta 12’ Category

754.301 BesucherInnen

Montag, September 24th, 2007

Nach 100 Tagen ist die documenta 12 an einem sonnigen Sonntag zu Ende gegangen. Die vom künstlerischen Leiter Roger M. Buergel und der Kuratorin Ruth Noack konzipierte Ausstellung der Arbeiten von 109 KünstlerInnen aus 43 Ländern wurde von 754.301 zahlenden Gästen besucht. Dazu kamen 4.390 FachbesucherInnen und 15.537 JournalistInnen aus 52 Ländern.

Das bedeutet eine in der jüngeren documenta-Geschichte einzigartige Steigerung der Besucherzahlen von 16% bzw. 100.000 mehr zahlenden BesucherInnen als bei der Documenta11.

 

 

Mehr internationales Publikum

 

Ein Drittel* der BesucherInnen kam aus dem Ausland, allen voran aus den Niederlanden, den USA, Frankreich, Belgien und Österreich. Deutlich mehr Publikum kam bei dieser documenta aus verschiedenen Staaten Osteuropas (angeführt von Polen), aus Australien und den USA sowie aus dem asiatischen Raum: aus Südkorea, Japan und vor allem China, das erstmals auf Platz sechs der Besucherrangliste liegt.

 

 

Lokales Engagement des documenta 12 Beirats - doppelt so viele BesucherInnen aus Kassel

 

Bei der Bildung ihres Publikums war der documenta 12 sehr an der Herstellung einer lokalen Öffentlichkeit in Kassel gelegen. Der documenta 12 Beirat mit 40 Mitgliedern hat in Anbindung an das Kulturzentrum Schlachthof intensiv in der Stadt gearbeitet - und das offenbar sehr erfolgreich: mehr als doppelt so viele BesucherInnen (14%) kamen aus dem Raum Kassel im Vergleich zur vorigen documenta (7%). In Zusammenarbeit mit dem Vermittlungsteam sind verschiedene Aktivitäten des Beirats entstanden, die hoffentlich über die documenta 12 hinaus ihre Wirkung in der Stadt entfalten. Das Kulturzentrum Schlachthof hat sich auch als Ausstellungsort bewährt, der von rund 40.000 Gästen besucht wurde. Das Schloss Wilhelmshöhe im historischen Bergpark Kassels war ebenfalls ein beliebter Ausstellungsort für mehr als 220.000 BesucherInnen.

 

An den bloßen Publikumszahlen kann eine Ausstellung mit dem Anspruch der documenta jedoch nicht gemessen werden. Sie bedeuten lediglich, dass die documenta ihre Anziehungskraft bei einem internationalen Publikum auch nach über 50 Jahren nicht verloren hat.

Und sie zeigen, dass es gelingen kann, eine populäre Großausstellung zu machen, ohne populistisch zu sein. Den Herausforderungen zeitgenössischer Kunst und einer nicht an den Konventionen des westlichen Kunstmarktes orientierten Ausstellung hat sich das Publikum der documenta 12 mit großer Offenheit und Achtsamkeit gewidmet.

 

 

Engagierte Kunstvermittlung - 7.635 Führungen

 

Ob diese Ausstellung ihrem Anspruch gerecht geworden ist, ein Publikum im mehrfachen Sinn des Wortes zu bilden, lässt sich kaum objektivieren. Einen Hinweis darauf mag die sehr gute Resonanz auf das Vermittlungsprogramm der documenta 12 geben, das sich jenseits der Dienstleistung um eine Aktivierung des Publikums bemühte. Insgesamt sind über 7.635 Führungen durchgeführt worden, darunter über 1.500 Führungen für Schulklassen. Im Vermittlungsformat “Die Welt bewohnen” haben 54 SchülerInnen 178 mal Erwachsene durch die Ausstellung geführt. Und sie haben sich, was mindestens genauso wichtig ist, in gezählten 5.700 Stunden mit der documenta 12 auseinandergesetzt. Sehr positiv wurde auch die verstärkte Einladung an Kinder und Jugendliche zur gemeinsamen Beschäftigung mit der Ausstellung wahrgenommen. Das Vermittlungsprogramm “aushecken” war jedes Wochenende bestens besucht. Nicht nur dessen Dokumentation erzählt von sehr vergnüglichen Begegnungen mit zeitgenössischer Kunst.

 

 

documenta 12 magazines: 3 Zeitschriften, 300 Beiträge, 188 Gäste

 

Im Projekt von documenta 12 magazines wurden lange vor Beginn der documenta über 100 Publikationen unterschiedlicher Formate und Schwerpunktsetzungen aus aller Welt eingeladen, über die Themen und Motive der Ausstellung nachzudenken und sich - vernetzt durch eine umfassende redaktionelle Plattform - darüber auszutauschen.

Entstanden sind über 300 Beiträge, Aufsätze, Interviews, Essays, die auch über das Ende der Ausstellung hinaus im Online Journal auf www.documenta.de, unter dem Menüpunkt Magazines, nachzulesen sind. Darüber hinaus wurden aus den Beiträgen drei Magazine zu den Leitfragen der Ausstellung publiziert, die - einzeln sogleich ausverkauft - gemeinsam in einem Reader erhältlich sind. Während der Ausstellung waren EditorInnen aller beteiligten Magazine eingeladen, ihre Perspektiven auf die documenta 12 und ihre Themen miteinander zu diskutieren.

 

 

Ausstellung als Produktionsraum: 100 Lunch Lectures

 

Die täglichen Lunch Lectures, die in entspannter und gleichzeitig konzentrierter Atmosphäre an 100 Tagen ein neugieriges Publikum fanden, waren eine gemeinsame Initiative von documenta 12 magazines, des documenta 12 Beirats und der Kunstvermittlung. Diese drei Organisationsformen der Ausstellung teilten das Interesse, die documenta in verschiedene Kontexte zu bringen und einen Austausch mit lokalem Wissen herzustellen. In den Lunch Lectures wurden die daraus entstandenen Aktivitäten in einem informellen Rahmen mit Gästen und Publikum diskutiert.

Neben den Lunch Lectures, zu denen insgesamt über 340 Gäste aus aller Welt kamen, gab es noch nahezu 70 Workshops, Präsentationen sowie Film- und Videovorführungen.

Alle Lunch Lectures werden ab nächster Woche als Audiodateien (Podcasts) auf www.documenta.de zugänglich sein.

 

 

Zweimal Leben - das Filmprogramm der documenta 12

 

Die Entscheidung, dem Film bei der documenta 12 wieder seinen traditionellen Ort (zurück) zu geben, nämlich das Kino, wurde vom Publikum offenbar angenommen. Im Durchschnitt haben täglich rund 130 Gäste das von Alexander Horwath kuratierte Filmprogramm gesehen. Dabei waren nicht nur die drei Weltpremieren der Filme von Robert Beavers, James Benning und Dietmar Brehm nahezu ausverkauft, sondern auch viele “alltägliche” Vorstellungen dieser Filmschau, die auf das Dispositiv Kino in seiner ganzen Vielfalt setzte.

 

 

Mediale Resonanz

 

Die Berichterstattung, die ja durchaus auch einen Aspekt des Mediums Ausstellung darstellt, ist nahezu unüberschaubar. 15.537 MedienvertreterInnen haben sich akkreditiert, allein an den Vorbesichtigungstagen kamen knapp 5.000 JournalistInnen aus 49 Ländern. Internationale Tages-, Wochen- und Fachpresse hat sich mit der documenta 12 ebenso auseinandergesetzt, wie das Radio, TV sowie eine unüberschaubare Zahl von Internetmedien und Weblogs. Auch wenn eine detaillierte Analyse zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu leisten ist, zeichnet sich eine überaus kontroverse Resonanz auf die Ausstellung ab, vor allem in der euro-amerikanischen Fachpresse. Gekennzeichnet ist die Rezeption von einer starken Polarisierung, die sich zwischen den Superlativen der “worst art show ever” und dem “Neuanfang” bewegt - ein Phänomen, das bei der documenta durchaus Geschichte hat.

(Quelle: Pressemitteilung vom 23.09.2007 durch Catrin Seefranz, Pressesprecherin documenta12)

Veranstaltungen

Donnerstag, September 20th, 2007

Zeit: 20.09., 15:00 bis 17:00 Uhr

Ort: ehemaliges Polizeipräsidium, Königstor 31

 

“Alle Menschen werden Schwestern” - Workshop mit Allan Sekula, documenta 12-Künstler, im Salon des Refusés

 

Der Künstler Allan Sekula beschäftigt sich seit den 1970er Jahren mit der Struktur und der Veränderung von Arbeitsverhältnissen in modernen Gesellschaften. Dabei folgt er der Arbeit und ihren Akteuren an verschiedene Orte des Globus und porträtiert sie in Text und Fotografien. Nicht zuletzt fragt er nach der Rolle der Arbeit in der Bildung politischer Protestbewegungen.

Das Motiv des am Bahnhof Wilhelmshöhe installierten Transparents “Alle Menschen werden Schwestern” ist der Ausgangspunkt eines Workshops im Salon des Refusés, den Allan Sekula zusammen mit seinem Kollegen Andrew Freeman und StudentInnen des California Institute of the Arts gestaltet. Dabei wird die Entwicklung seiner Themen ebenso eine Rolle spielen wie die politischen Perspektiven, die Arbeit und Erwerbslosigkeit in unterschiedlichen Gesellschaften öffnen oder verschließen.

 

Gefördert von des Bundeszentrale für politische Bildung

 

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Zeit: 21.09., 10:00 bis 18:00 Uhr

Ort: Kulturzentrum Schlachthof, Großer Saal, Mombachstr. 12

 

Filmvorführung: “Fairytale”

 

Der Film “Fairytale” ist ein wesentlicher Bestandteil der gleichnamigen künstlerischen Aktion, in deren Rahmen der chinesische Künstler Ai Weiwei 1001 Landsleute zur documenta einlud.

Seit Februar 2007 haben rund 40 Personen an der filmischen Umsetzung von “Fairytale” gearbeitet. Sie führten Interviews mit den TeilnehmerInnen und begleiteten ihre Aktivitäten, von ihren Vorbereitungen bis zur Abreise aus Kassel.

Der achtstündige Film, der sich aus 1500 Stunden Filmmaterial speist, zeigt die individuellen intellektuellen Voraussetzungen ebenso wie die Lebensbedingungen im Heimatland auf und erzählt gleichzeitig von persönlichen Träumen und Ängsten.

 

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Zeit: 21.09., 13:00 bis 14:00 Uhr

Ort: documenta-Halle

 

Lunch Lecture

“Menschen, Tiere Sensationen” - ein Rückblick auf die Kunstvermittlung der documenta 12

 

Bildung erhielt auf der documenta 12 eine hervorgehobene Rolle. In unterschiedlichen Formaten und mit verschiedenen Besuchergruppen wurde die Ausstellung diskutiert und reflektiert. Gemeinsam mit dem Publikum werden die TeilnehmerInnen der documenta 12 Kunstvermittlung nun ihre Revue passieren lassen. Highlights haben hier ebenso ihren Platz wie die kultivierten Grauzonen - zwischen besonderen Erlebnissen und nicht enden wollenden Routinen. Heute besteht die letzte Chance, ungefragte Fragen an das Vermittlungsteam und die Öffentlichkeit zu richten. Bitte erwarten Sie auch ungefragt Antworten.

 

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Zeit: 22.09, 15:00 Uhr

Ort: documenta 12 Halle, Treppenpodium

 

Neue Formen der Arbeit. Sergio Bologna im Gespräch mit Roger M. Buergel

 

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Zeit: 22.09., 15:00 bis 18:00 Uhr

Ort: Heckenkabinett

 

schmutzig und stinkend

 

“schmutzig und stinkend” ist ein Vermittlungsprogramm von Michael Wilhelm und Ulrich Schötker für Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren. Auf der diesjährigen documenta sind einige künstlerische Arbeiten zu sehen, die sowohl verdeckt als auch explizit Anspielungen an Sexualität und sexuelle Spielformen beinhalten. Die Sorge der Großen um Pornografie und Missbrauch darf in einer öffentlichen Ausstellung aber nicht zur Zensur für die Kleinen werden.

“schmutzig und stinkend” ist ein Vermittlungsprogramm ohne Eltern und Lehrer. Es geht der Frage nach, warum Erwachsene sich aufregen, wenn Kinder und Jugendliche sich öffentlich mit Sexualität und Liebe auseinandersetzen. Es fragt danach, warum Künstler schockierende Bilder erzeugen und Kunst die Regeln brechen darf.

 

Anmeldung: 10 Minuten vor Beginn am aushecken-Container auf der Wiese hinter den Hecken oder per E-Mail unter aushecken(at)documenta.de.

 

Zur Teilnahme ist lediglich eine documenta-Eintrittskarte erforderlich.

 

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Zeit: 22.09, 17:00 bis 18:00 Uhr

Ort: documenta-Halle, Kabinett 1

 

Sonia Abian Rose im Gespräch über ihre aktuelle documenta Arbeit.

 

Möbel bewahren unsere Dinge auf und erleichtern uns das Leben. Sie sind uns nah, sind Teil unseres Privatraums, von den Blicken der Anderen und äußeren Gesetze entfernt. Sie sind Zeugen einer Geschichte, die sie gleichzeitig nicht erzählen können. Oder doch. Im 2. Stockwerk der Gemäldegalerie des Schloss Wilhelmshöhe steht ein kleines Möbelstück, dass wie ein Nähkästchen anmutet und den verstörenden Titel “Das Konzentrationslager der Liebe” trägt.

 

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Zeit: 23.09, 13:00 Uhr

Ort: documenta-Halle, Treppenpodium

 

Lunch Lecture

 

In der letzten Lunch Lecture der documenta 12 stellen die OrganisatorInnen das Format resümierend vor und dem Pulikum zur Diskussion.

 

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(Quelle: Pressemitteilung vom 19.09.2007 durch Catrin Seefranz, Pressesprecherin documenta12)

Modenschau von Oumou Sy

Mittwoch, September 19th, 2007

Am 22. September findet im Kulturbahnhof in Kassel eine Modenschau der senegalesischen Künstlerin und Modemacherin Oumou Sy statt. Gezeigt werden ganz neue Kollektionen sowie eine Retrospektive ihrer Arbeiten, darunter die historische Revue von Gewändern afrikanischer Königinnen und Könige. Neben 10 Modellen, mit denen Oumou Sy schon seit langem arbeitet, werden 150 TeilnehmerInnen aus Kassel und Umgebung bei der Modenschau auftreten.

“Métissage”: Mischmasch oder Kreuzung nennt Oumou Sy ihre künstlerische Methode, die leichtherzig mit verschiedenen Traditionen, Stilen, Materialien arbeitet. Federkragen, Perlschnüre und Amulette gehören ebenso in Sys Repertoire wie Metall und Vinyl. Sie benützt alte Webtechniken und Färbeverfahren, stickt, verarbeitet Leder, stellt Schmuck her. Sie verwendet handgewebte oder natürlich gefärbte Stoffe aus Baumwolle, Seide oder Raphia, feine Gewebe mit Metallfäden.

Dabei bedient sich Oumou Sy unterschiedlicher Formenrepertoires und entzieht sich damit den üblichen geopolitischen Zuschreibungen und der verbreiteten “Forderung nach Identität” (Olu Oguibe), mit der KünstlerInnen aus nicht-euroamerikanischen Zusammenhängen oft konfrontiert sind. Das Afrika Oumou Sys ist sicher größer und vielfältiger als das gemeinhin medial gezeichnete: Mit ironischer Nonchalance durchkreuzen ihre Kreationen die beschränkte Vorstellungswelt von einem Kontinent, der in der westlichen Welt gemeinhin als Krisenherd oder Safarirevier vorkommt. Oumou Sys Bewusstsein für Formen ist immer auch ein Bewusstsein für die Geschichte, denen die Form abgerungen ist.

Besonders deutlich wird das an dem historischen Bilderbogen afrikanischer Königsgewänder, der die letzten Jahrhunderte senegalesischer Geschichte zitiert. Dakar war jahrhundertelang Schnittpunkt verschiedener Handelsrouten und stand so im Zentrum vielfältiger Migrationen, die in der Sprache der Mode deutlich werden. So reicht Sys royale Revue von der mythischen Prinzessin Assian Yatabaré, die einer goldene Tränen weinenden Schlange geopfert werden sollte, bis zu dem mauretanischen König Ouldou Mokhtar, der mit Sklaven- und Frauenhandel Profit machte.

Zur Biografie Oumou Sys

Die Modeschöpferin Oumou Sy arbeitet an der Schnittstelle von Mode, Kunst und sozialem Raum. Sie geht in ihren Kreationen frei mit Materialien, Formen, Mustern und Stilen um. Aus dem Zusammenspiel von traditionellen Stoffen und Motiven sowie modernen Elementen entstehen neuartige, stil- und humorvolle Kompositionen. Sy ist im Bereich Haute Couture und Prêt-à-porter tätig, entwirft aber auch Schmuck und Accessoires oder Kostüme für Kino und Theater. Auch die Straße ist ein möglicher Ort für ihre Kollektionen. So hat sie den “Karneval von Dakar” begründet, den sie seither mitgestaltet, ebenso wie die dortige internationale Modewoche.

Sy engagiert sich für die Ausbildung von ModedesignerInnen und ihr Label “Made in Africa”. In eigenen Ausbildungsstätten unterrichtet sie SchülerInnen in traditionellen und modernen Techniken ihres Handwerks. Vor allem geht es dabei um den Aufbau von lokalen, nationalen und internationalen Infrastrukturen für die afrikanische Textilherstellung. Zudem eröffnete sie in Dakar das erste Internet-Café Westafrikas und gründete eine Initiative, die sich um den Anschluss mehrerer hundert senegalesischer Dörfer an das Internet bemüht.

Die Daten im Überblick:

Modenschau

Datum: 22. September 2007

Uhrzeit: 21:00 Uhr

Dauer: ca. 90 min.

Ort: Kulturbahnhof, Bahnhofsplatz 1, 34117 Kassel Der Eintritt ist frei, die Veranstaltung ist nicht bestuhlt. Für Personen, die einen Sitzplatz benötigen, gibt es eine Tribüne am Nebeneingang an der Nordseite vom Kulturbahnhof. Hier sind auch Presseplätze vorgesehen.

(Quelle: Pressemitteilung vom 18.09.2007 durch Catrin Seefranz, Pressesprecherin documenta12)

Endspurt

Freitag, September 14th, 2007

Auch die letzte Woche der documenta 12 bietet ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm. Neben dem Filmwochenende, das wir bereits angekündigt haben, gibt es u.a. die Präsentationen der Vermittlungssonderformate, eine Diskussionsveranstaltung mit documenta 12-Künstler Allan Sekula und RedakteurInnen der Zeitschrift “A Prior” zum Thema Kunst und Arbeit sowie die Videopräsentation “Kunst und Politik”, die das Verhältnis von Kunst und Politik in Chile während Pinochets Dikatur reflektiert. Zur zweiten Hälfte der Woche informieren wir Sie zeitnah. Das komplette Programm finden Sie in unserem Kalender unter http://www.documenta12.de/kalender.html?&L=0

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Zeit: 17.09. und 19.09., jeweils 16 bis 17:30 Uhr

Ort: documenta-Halle

Zuckerguss

Projektpräsentation und Diskussion

Während der documenta 12 kooperieren VermittlerInnen mit 20 Interessensgruppen. Dabei geht es um eine kritische Überprüfung, Nutzung und Gestaltung des Verhältnisses zwischen Ausstellung und unterschiedlichen Öffentlichkeiten. Es werden Gruppen eingeladen, deren spezifisches Wissen für die Auseinandersetzung mit der documenta 12 produktiv gemacht werden kann und die möglicherweise ihrerseits von der documenta 12 profitieren.

Die Präsentationen am Montag und am Mittwoch auf dem Treppenpodium werden etwas von dem zeigen, was sich dabei erfüllt und von dem, was anders läuft als erwartet.

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Zeit: 18.09., 18 bis 19 Uhr

Ort: documenta-Halle

Kunst / Arbeit

Allan Sekula, Sven Augustijnen und Valérie Mannaerts, bei “A Prior Magazine 15″ mitwirkende KünstlerInnen, im Gespräch mit den RedakteurInnen Dieter Roelstraete und Monika Szewczyk über Aktionen, Arbeit und Arbeitsbedingungen.

“A Prior Magazine” (Ghent) ist eine 1999 in Brüssel gegründete Publikationsreihe über zeitgenössische Kunst. Die Redaktion der Zeitschrift besteht aus jungen KuratorInnen und AutorInnen aus Mittel- und Osteuropa. “A Prior Magazine” publiziert zwei reguläre Ausgaben pro Jahr, in denen das Werk einer KünstlerIn ausführlich durch Text- und Bildbeiträge besprochen wird.

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Zeit: 19.09., 16 bis 17:30 Uhr

Ort: documenta-Halle, Kabinett 1

Filmvorführung - Kunst und Politik (1973-1989)

Präsentiert von Ana María Saavedra (”Revista de Critica Cultural”, Santiago de Chile) mit anschließender Diskussion

“Arte y Política” (1973-1989) ist ein Videodokument des chilenischen Kulturkritikers und Intellektuellen Nelly Richard; das zweite in einer Serie von drei Videos, die künstlerische Praktiken, den Aufbau eines kritischen Diskurses und die Schaffung von redaktionellen Plattformen in Chile seit den sechziger Jahren bis heute archivieren und dokumentieren. In dem Video, das mit dem Militärputsch vom 11. September 1973 beginnt, geht es um Kunst und Politik während Pinochets Diktatur. “Escena de Avanzada” ist der Name, den Richard einer Gruppe zeitgenössischer KünstlerInnen gab, zu der auch Juan Davila, Gonzalo Díaz und Lotty Rosenfeld (documenta 12 KünstlerInnen) gehören, die Mitte der siebziger Jahre eine konzeptuelle Praxis entwickelte, die sich den autoritären Kontrollmechanismen widersetzte und ihren politischen Kontext kritisch beleuchten konnte. Auf diese Art distanzierten sie sich radikal von den vorgegebenen folkloristischen und sozialistisch-realistischen Strategien der lateinamerikanischen linken Kunst.

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(Quelle: Pressemitteilung vom 14.09.2007 durch Catrin Seefranz, Pressesprecherin documenta12)

Filmwochenende auf der documenta 12

Dienstag, September 11th, 2007

Zwei Welturaufführungen im Rahmen des documenta 12 Filmprogramms
Lunch Lecture “ZWEIMAL LEBEN - Zum documenta 12 Filmprogramm”
“Glancing at Colored Light”: Robert Beavers und James Benning im Gespräch

Mit der Welturaufführung der Filme “Pitcher of Colored Light” von Robert Beavers und “Casting a Glance” von James Benning gibt es im Filmprogramm der documenta 12 kurz vor Ende der Ausstellung noch zwei Premieren. Beide Regisseure, die zu den bedeutendsten Vertretern des unabhängigen Films in den USA zählen, werden bei ihren Aufführungen im Gloria Kino anwesend sein.

Beavers hat eine materialistische, rigorose Form der Filmlyrik entwickelt. “Pitcher of Colored Light” ist der erste Film seit vielen Jahren, den Beavers nicht in Europa gedreht hat: “Ich habe das Haus und den Garten meiner Mutter [in Massachusetts] gefilmt. In dem Gemisch aus Einsamkeit und Frieden, das hier existiert, spielen die Schatten eine wesentliche Rolle. Jeder Schatten ist ein subtiles Gleichgewicht von Stille und Bewegung; er zeigt die vitale Instabilität des Raums. Diese besondere Eigenschaft öffnet einen Weg zum Subjektiven; eine Stimme im Inneren des Films spricht die Erinnerung an.” (Robert Beavers)

“Casting a Glance”, entstanden über mehrere Jahre, ist der künstlerischen Arbeit “Spiral Jetty” von Robert Smithson gewidmet. “Um die Jetty erfahren zu können, muss man öfters hinfahren. Sie ist ein Barometer für tägliche wie jährliche Zyklen. Das Wasser kann blau, rot, purpurn, grün, braun, silbrig oder golden erscheinen. Der Klang kommt von einem Militärjet, von vorüberfliegenden Gänsen, Gewittern, die sich zusammenbrauen, einigen wenigen Grillen, oder er ist ein Schweigen, so still, dass man das Blut in den Ohren zirkulieren hört.” (James Benning)

Lunch Lecture “ZWEIMAL LEBEN - Zum documenta 12 Filmprogramm” und Gespräch “Glancing at Colored Light” mit Robert Beavers und James Benning

Zudem findet am Samstag die Lunch Lecture “ZWEIMAL LEBEN - Zum documenta 12 Filmprogramm” in der documenta-Halle statt. Teilnehmen werden Alexander Horwath, Kurator des Filmprogramms und Direktor des Österreichischen Filmmuseums Wien, Michael Althen, Filmkritiker, Autor und Regisseur sowie Ruth Noack und Roger M. Buergel, Kuratorin und künstlerischer Leiter der documenta 12.
Das Gespräch “Glancing at Colored Light” mit Robert Beavers und James Benning am darauf folgenden Tag wird von Alexander Horwath moderiert.

Die Termine im Überblick:

14. September
Welturaufführung “Pitcher of Colored Light” von Robert Beavers
Filmlänge 23 Min. 30 Sek.
Anschließendes Publikumsgespräch
Die zweite Vorführung des Films findet am 17. September statt.

15. September
Welturaufführung “Casting a Glance” von James Benning
Filmlänge 80 Min.
Anschließendes Publikumsgespräch
Die zweite Vorführung des Films findet am 23. September statt.

Spielort: Gloria Kino, Friedrich-Ebert-Str. 3
Vorstellungsbeginn: 20:30 Uhr
Eintritt: 6,50 Euro, ermäßigt 6,- Euro, für JournalistInnen gegen Vorlage des Ausweises frei

15. September
Lunch Lecture “ZWEIMAL LEBEN - Zum documenta 12 Filmprogramm”
documenta-Halle, Du-Ry-Str. 1
13:00 Uhr
Gäste: Alexander Horwath, Michael Althen, Ruth Noack und Roger M. Buergel

16. September
Gespräch “Glancing at Colored Light”
documenta-Halle, Du-Ry-Str. 1
15:00 Uhr
Gäste: James Benning und Robert Beavers
Moderation: Alexander Horwath

(Quelle: Pressemitteilung vom 11.09.2007 durch Catrin Seefranz, Pressesprecherin documenta12)

Veranstaltungen

Freitag, September 7th, 2007

Zeit: 08.09, 13 bis 16 Uhr
Ort: documenta 12 Halle, Kabinett 1

The Barber Trial: Sivan vs. Finkielkraut Eine Veranstaltung des Magazins “Cabinet” mit Ehren Fordyce, Thomas Keenan, David Levine, Sina Najafi, Eyal Sivan, Thomas Spencer und Eyal Weizman

Im Mai 2006 wurde die Beleidigungsklage des israelischen Filmemachers Eyal Sivan gegen den französischen Philosophen Alain Finkielkraut vor Gericht gebracht. Die Verhandlung, bei der auch eine ganze Reihe bekannter Intellektueller aussagten, drehte sich um Äußerungen, die Finkielkraut im französischen Radio über “Route 181″ gemacht hatte, einen Film, den Sivan gemeinsam mit dem pälastinensischen Filmemacher Michel Khleifi gedreht hat. Im Grunde genommen geht es in der Klage um eine Frage von Intertextualität, nämlich um das Verhältnis zwischen “Route 181″, der die pälestinensische Naqba thematisiert, und Claude Lanzmanns “Shoah”, und - weiter gefasst - um die Problematik, den Holocaust und die Naqba im Beziehung zueinander zu lesen.
Für diese Veranstaltung präsentiert das Cabinet Magazin, das in der aktuellen Ausgabe den kompletten Text der Verhandlung mit einer Einleitung von Eyal Weizman und Thomas Keenan abdruckt, unter der Leitung von David Levine eine Wiederaufführung der Verhandlung. Vor der Verhandlung werden die zwei entscheidenden Szenen aus “Shoah” und “Route 181″ gezeigt. Im Anschluss an die Aufführung wird eine öffentliche Diskussion stattfinden.

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Zeit: 11.09,13 Uhr
Ort: documenta 12 Halle

Formen der Kritik und die documenta

Ein Gespräch mit Helmut Draxler (Kunsthistoriker, Kunstkritiker, Kurator/Berlin), moderiert von Sophie Goltz (Kunstvermittlerin, documenta 12)

Kritik tritt in dieser documenta in verschiedenen Formen auf, am deutlichsten wohl als kritische Positionen von vielen KünstlerInnen, eher verdeckt auch als kuratorische Position in Abgrenzung zu anderen Ausstellungsprojekten und vor allem in Form der Kunstkritik, die die Ausstellung auf sich zieht. Wie lassen sich diese Formen der Kritik aufeinander beziehen und in welchem Verhältnis stehen sie eigentlich zu den künstlerischen Arbeiten auf der einen und besonderen Kategorien und Werthorizonten, in deren Namen sie auftreten, auf der anderen Seite? Ziehen Kunst und Kritik eigentlich am selben Strang oder handelt es sich um unterschiedliche kulturelle Ausdrucksformen, auf deren Entzerrung und Differenzierung es ankäme?
Eine Veranstaltung auf Initiative von b_books, Berlin (Mitbetreiber der documenta 12 Buchhandlung in Kassel)

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Zeit: 14.09., 20.30 Uhr
Ort: Gloria Kino, Friedrich-Ebert-Str. 3

“Pitcher of Colored Light”, 2007
Weltpremiere des Films von Robert Beavers in Anwesenheit des Regisseurs mit anschließendem Publikumsgespräch

Beavers, dessen neuer Film am 14. und 17. September im Rahmen eines documenta 12 Filmprogramms mit anderen Arbeiten zu sehen ist, hat in seinem Werk eine zutiefst materialistische, rigorose Form der Filmlyrik entwickelt. Seine mehrheitlich in Italien und den Alpenländern aufgenommenen Bilder und Töne zielen auf sinnliche Präsenz und eine geschärfte Wahrnehmung von Licht, Klang, Architektur, Landschaft. Für Beavers “muss das projizierte Filmbild den Blick erwecken - mit jener Kraft, die allen großen Bildern innewohnt.”
“Pitcher of Colored Light” ist der erste Film seit vielen Jahren, den Beavers nicht in Europa gedreht hat: “Ich habe das Haus und den Garten meiner Mutter [in Massachusetts] gefilmt. In dem Gemisch aus Einsamkeit und Frieden, das hier existiert, spielen die Schatten eine essentielle Rolle. Die Jahreszeiten bewegen sich vom Garten ins Haus und werfen frühmorgens oder am späten Nachmittag ergiebige Diagonalen. Jeder Schatten ist ein subtiles Gleichgewicht von Stille und Bewegung; er zeigt die vitale Instabilität des Raums. Diese besondere Eigenschaft öffnet einen Weg zum Subjektiven; eine Stimme im Inneren des Films spricht die Erinnerung an.”
Das Gloria Kino ist ab 19.30 Uhr geöffnet, Karten 6,50 Euro, ermäßigt 6,- Euro.

Und täglich …
13:00 Lunch Lectures in der documenta 12 Halle http://www.documenta12.de/kalender_d.html?&L=0

Einen Podcast, den unser Medienpartner hr2 täglich aufzeichnet, finden Sie hier http://www.hr-online.de/website/specials/documenta/index.jsp?rubrik=25910

(Quelle: Pressemitteilung vom 07.09.2007 durch Catrin Seefranz, Pressesprecherin documenta12)

Veranstaltungen

Donnerstag, August 23rd, 2007

Auf folgende Veranstaltungen möchten wir Sie in der nächsten Woche besonders hinweisen:

1. Samstag, 25.08., 13 Uhr, “Abgeschiedenheit, Isolierung und kritische Aneignung in Kuba”, Lunch Lecture mit Desiderio Navarro (”Criterios”, Habana)
2. Montag, 27.08., 16-18 Uhr, “LES LIAISONS D.” Zeitgenössische Kunstvermittlung und ihre Bekanntschaften, Verbindungen und Beziehungen
3. Dienstag, 28.08., 13 Uhr, “Wessen Moderne sehen wir an?” Lunch Lecture
4. Donnerstag, 30.08., 19.00 Uhr, Der Film im Salon (Salon des Refusés): “Bread and Roses”

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Zeit: 25.08., 13 Uhr
Ort: documenta 12 Halle

Abgeschiedenheit, Isolierung und kritische Aneignung in Kuba
Lunch Lecture mit Desiderio Navarro (”Criterios”, Habana)

Desiderio Navarro wird über die Komplexitäten sprechen, mit denen man sich auseinandersetzen muss, wenn man eine Zeitschrift macht, die theoretische Reflektionen über zeitgenössische Kunst und Kultur in Kuba in Umlauf bringt. Ein Kontext, der sich mit der Abgeschlossenheit der sprachlichen, ökonomischen und geopolitischen Isolation sowie der durch ideologischen Chauvinismus, kulturelle und ideologische Xenophobie und Anti-Intellektualismus hervorgerufenen Isolierung auseinandersetzen muss. Was kann in der aktuellen Übergangsphase von aufrechtem Sozialismus zu einem prä-postkommunistischen Zustand getan werden? Wie können vielschichtige Missverständnisse in eine produktive kritische Aneignung verwandelt werden? Wie werden diese Themen von einer Unternehmung des kulturellen und intellektuellen Übersetzens, wie “Criterios” eines ist, angegangen?

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Zeit: 27.08., 16-18 Uhr
Ort: documenta 12 Halle, Kabinett 1

“LES LIAISONS D.” Zeitgenössische Kunstvermittlung und ihre Bekanntschaften, Verbindungen und Beziehungen
Präsentation und Diskussion mit Martina Siegwolf, Museum für Gegenwartskunst, Basel

Martina Siegwolf ist für die Entwicklung und Durchführung von Vermittlungsangeboten und Projekten am Museum für Gegenwartskunst Basel, Schweiz verantwortlich und unterrichtet an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel. Sie wird ihr Arbeitsfeld im und mit dem Museum präsentieren und verschiedene Vermittlungsprojekte zu Joseph Beuys, Bruce Naumann, Martha Rosler, Joan Jonas u. a. vor- und zur Diskussion stellen. Sie stellt die Frage, welche “Liaisons” Kunstvermittlung dabei eingeht und ob das D. für Didaktik, Diplomatie, Demokratie oder für “Dangereuses” steht.

Titel frei zitiert nach: Stephen Frears Filmtitel von 1989 “Les Liaisons dangereuses” (dt. gefährliche Liebschaften) nach dem gleichnamigen Briefroman von Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos (Hauptwerk der französischen Literatur des 18. Jahrhunderts)

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Zeit: 28.08., 13 Uhr
Ort: documenta 12 Halle

Wessen Moderne sehen wir an?
Eine Diskussion mit Keti Chukhrov (Philosoph und Autor des “Moscow Art Magazine” und “Chto Delat”, St. Petersburg/Moskau), Vít Havránek (Kurator und Kunsthistoriker, Prag) und Heie Treier (Chefredakteur von “kunst.ee“, Kunstkritiker und Kunsthistoriker, Tallinn).

Wie gehen zeitgenössische KünstlerInnen mit den von der historischen Avantgarde entwickelten künstlerischen Sprachen und formalistischen Ansätzen um, und inwieweit können diese als “unsere Antike” angesehen werden? Welche modernen Positionen werden in der documenta 12 noch einmal betrachtet, und wie werden diese von einem globalen Publikum gelesen? Während im stalinistischen Kunstvokabular das Wort “Formalismus” dazu diente, KünstlerInnen als “Staatsfeinde” abzustempeln, wurde gleichzeitig Clement Greenbergs formalistische Kunsttheorie in den USA ungeheuer einflussreich. Ohne sich auf die documenta 12 zu beschränken, werden die PodiumsteilnehmerInnen unterschiedliche kulturelle und politische Bedeutungen der künstlerischen Sprachen der Moderne analysieren und überlegen, auf welche Weise Avantgarde-Praktiken heute weitergeführt werden können.

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Zeit: 30.08., 19 Uhr
Ort: ehemaliges Polizeipräsidium, Königstor 31

Der Film im Salon (Salon des Refusés)
“Bread and Roses”

Der Salon des Refusés lädt ein, zu einem cineastischen Seminar unter der Leitung des Kinotherapeuten Horst Rüba. Es werden fünf Filme zum Thema Arbeitslosigkeit vorgestellt, die jeweils andere nationale und kulturelle Ausprägungen des Umgangs mit dieser Problematik beleuchten. Das gemeinsame Sehen als gesellschaftliches Ereignis wird ergänzt durch anschließende Reflexion und Interpretation des Gesehenen. Das Erkennen eigener Identifizierungsmuster und ideologischer Strukturen hilft das Wahrgenommene zu ordnen und bietet die Möglichkeit der Selbsterkenntnis.
Das was gesehen wird ist eng verknüpft mit dem Ort von dem aus gesehen wird. In diesem Sinne verrät die Interpretation des Films viel über den interpretierenden Zuschauer, ohne das dieser sich selbst thematisieren oder als Subjekt zur Schau stellen muss.

“Bread and Roses”
GB, E, IRL, F, D (2000)
Regie: Ken Loach

Ken Loach beobachtet den Überlebenskampf zweier mexikanischer Schwestern in Los Angeles

Veranstaltungen

Freitag, August 17th, 2007

Auf folgende Veranstaltungen möchten wir Sie in der nächsten Woche besonders hinweisen:

1. Samstag, 18.08., 16-19 Uhr, “Die unerträgliche Leichtigkeit der Zensur”, Filmvorführung und Diskussion 2. Sonntag, 19.08., 13-18 Uhr, “Combatant Status Review Tribunals, pp. 002954 - 003064″, Lesung 3. Montag, 20.08., 13 Uhr, “Über das ‘Dokument’ in der heutigen Kunst”, Lunch Lecture mit Shuddhabrata Sengupta (Raqs Media Collective/Sarai-CSDS, Delhi) 4. Freitag, 24.08., 13.45 Uhr, “Aber werdet Ihr Leben retten?” Lernen (im Museum) für das 21. Jahrhundert, Lunch Lecture mit Anna Cutler, Leiterin Vermittlung, Tate Modern, London

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Zeit: 18.08., 16-19 Uhr
Ort: documenta 12 Halle

Die unerträgliche Leichtigkeit der Zensur Filmvorführung und Diskussion mit einer Einleitung von Miklós Erhardt (Exindex, Budapest)

Die ungarische Zeitschrift Exindex präsentiert drei Filme aus den Archiven des Balázs Béla Stúdiós, die alle die Form des Dokumentarfilms einsetzen, um sie zu unterschiedlichen Graden zu hinterfragen: Tibor Hajas: “Self-Fashion Show” (1976), Péter Dobai: “Archaic Torso” (1971) und Miklós Erdély: “Version” (1979).
Diese drei Positionen setzen sich mit der doppelschichtigen Wirklichkeit im Ungarn der 1970er und 80er Jahre auseinander (im Gegensatz zur heutigen vielschichtigen Wirklichkeit). Indem sie die unterschiedlichen Konzepte des “Dokumentarischen” untersucht, die in den Filmen erkennbar werden, versucht diese Filmvorführung die spezifische kulturpolitische Situation der so genannten “weichen Diktatur” zu behandeln. Sie thematisiert auch die bemerkenswerte Rolle des Balázs Béla Stúdiós beim Organisieren und Sichtbarmachen von kulturellen Untergrundaktivitäten sowie die Bedeutung des Dokumentarfilmens in Ungarn zu jener Zeit.

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Zeit: 19.08., 13-18 Uhr
Ort: documenta 12 Halle

“Combatant Status Review Tribunals, pp. 002954 - 003064″
Lesung

Die documenta 12 präsentiert im Rahmen der Lunch Lectures “Combatant Status Review Tribunals, pp. 002954 - 003064″, eine fünfstündige Lesung der Protokolle von fünfzehn Militärtribunalen, die zwischen Juli 2004 und März 2005 im Gefangenenlager des US-Marinestützpunktes in Guantánamo Bay, Cuba, gehalten wurden. Die etwa 110 Seiten der hier vorgetragenen Anhörungsprotokolle bilden nur einen Bruchteil des Materials, das aus insgesamt 558 Tribunalen entstand. Die öffentliche Lesung ist Teil des gemeinschaftlichen Projekts “9 Scripts from a Nation at War”, zu sehen in der documenta-Halle, von David Thorne, Katya Sander, Ashley Hunt, Sharon Hayes und Andrea Geyer.

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Zeit: 20.08., 13 Uhr
Ort: documenta 12 Halle

Über das “Dokument” in der heutigen Kunst Lunch Lecture mit Shuddhabrata Sengupta (Raqs Media Collective/Sarai-CSDS, Delhi)

Wenn es eine Aufgabe der Kunstproduktion ist, uns die Wirklichkeiten, in denen wir leben, verständlich zu machen, dann ist es an sich nicht bemerkenswert, dass die zeitgenössische Kunstpraxis sich mit der Sichtbarkeit der globalen Krisen unserer Zeit auseinandersetzt. Um die Wirklichkeit zu begreifen wie sie ist, in all ihrer Verwirrung und ihrem Chaos, muss die Kunst auch dem Dokumentarischen Zugang gestatten - als ein “stabiles” Gegengewicht zur chaotischen Welt, die die Kunst bewohnt.
In dieser Präsentation werden Strategien untersucht, die von der Aufnahme des dokumentarischen bewegten Bildes bis zur Publikation von Dokumenten reichen und die das komplexe Schicksal von Dokumenten in einer Ausstellung wie der documenta reflektieren.

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Zeit: 24.08., 13.45 - 14.30 Uhr
Ort: documenta 12 Halle

“Aber werdet Ihr Leben retten?” Lernen (im Museum) für das 21. Jahrhundert Lunch Lecture mit Anna Cutler, Leiterin Vermittlung, Tate Modern, London

Es gibt nichts Dringlicheres als ein potentielles neues Gebäude, um einen zum Nachdenken zu bringen. Mit der geplanten Erweiterung der Tate Modern haben die dort arbeitenden Personen stets die einfachen Fragen - “Was machen wir hier? Warum machen wir das? Und für wen machen wir das?” - im Kopf.
Dieser Vortrag will die Philosophie umreißen, die die Zukunft des Vermittlungsprogramms der Tate Modern prägt. Außerdem wird angesprochen, in welchem Verhältnis dies zu Veränderungen beim Lernen, in der kulturellen und institutionellen Praxis und der fertigen Gestalt der Tate Modern selbst steht.

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Combatant Status Review Tribunals, pp. 002954 - 003064

Freitag, August 10th, 2007

Eine öffentliche Lesung

Teil von “9 Scripts from a Nation at War”
Zeit: Sonntag, 19. August 2007, 13 - 18 Uhr
Ort: documenta-Halle, Du-Ry-Str. 1, Kassel

documenta 12 präsentiert im Rahmen der Lunch Lectures “Combatant Status Review Tribunals, pp. 002954 - 003064″, eine fünfstündige Lesung der Protokolle von achtzehn Militärtribunalen, die zwischen Juli 2004 und März 2005 im Gefangenenlager des US Marinestützpunktes in Guantánamo Bay, Cuba, gehalten wurden. Die etwa 110 Seiten der hier vorgetragenen Anhörungsprotokolle bilden nur einen Bruchteil des Materials, das in insgesamt 558 Tribunalen entstand. Die öffentliche Lesung ist Teil des kollaborativen Projekts “9 Scripts from a Nation at War”, zu sehen in der documenta-Halle, von David Thorne, Katya Sander, Ashley Hunt, Sharon Hayes und Andrea Geyer.

Nachdem der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten im Fall Hamdi gegen Rumsfeld entschieden hatte, dass die Gefangenen von Guantánamo einen Anspruch auf minimale Rechte haben, richtete das Verteidigungsministerium der USA die so genannten Combatant Status Review Tribunals (CSRT), Militärtribunale zur Überprüfung des Status als feindliche Kämpfer, ein. Damit sollte der Anschein erweckt werden, dass Habeas Corpus Prinzipien sowie der Artikel 5 der Genfer Konventionen eingehalten werden, der die Gefangenen berechtigt, ihren Status als “feindliche Kämpfer” anzufechten. In jeder Anhörung präsentiert die US-Regierung als freigegeben klassifizierte Anschuldigungen gegen den Inhaftierten, zu denen dieser Stellung nehmen darf. Jeder Inhaftierte erhält einen persönlichen Vertreter, aber keinen rechtmäßigen juristischen Beistand. Es ist ihm nicht gestattet, nicht freigegebene Informationen einzusehen und er ist damit nicht in der Lage, zu diesen Anschuldigungen Stellung zu nehmen. Da die Einstufung der Inhaftierten als feindliche Kämpfer größtenteils auf nicht freigegebenem Beweismaterial beruht, ist es den Gefangenen de facto nicht möglich, sich gegen die Anschuldigungen zu verteidigen.
Die schiere Menge an Transkriptionen, die das Verteidigungsministerium im Internet veröffentlicht hat, hat bisher eine erhöhte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit verhindert. Die Lesung von Auszügen dieser Transkripte in “Combatant Status Review Tribunals, pp. 002954 - 003064″ ist eine Geste, die der Öffentlichkeit die Anhörungen mit all ihren Konstruktionen, Ungereimtheiten und Widersprüchen näher bringen soll.

“Combatant Status Review Tribunals, pp. 002954 - 003064″ wurde zum ersten Mal am 11. März 2007 in der Judson Memorial Church in New York aufgeführt und in Zusammenarbeit mit dem Vera List Center for Arts and Politics der New School, New York präsentiert.

Die Lesung in Kassel ist Teil der Installation “9 Scripts from a Nation at War”. Sie wird auf Deutsch gehalten, nach einer Übersetzung der originalen, vom US-Verteidigungsministerium veröffentlichten Transkripte durch ein Team von Übersetzerinnen (Grozdana Bulov, Anna Burjak, Margarethe Clausen, Mag. Michaela Ripplinger, Mag. Katharina Tappeiner, Mag. Aurelia Batlogg (Redaktion) und Univ.Prof. Dr. Michèle Kaiser-Cooke (wissenschaftliche Beratung)). Die Lesung wird inklusive Pausen etwa fünf Stunden dauern.

LeserInnen in Kassel: René Buschow (Amnesty International), Aziz El Berr (Sprachlehrer Kulturzentrum Schlachthof e.V.) , Thomas Hammer (Fachanwalt für Strafrecht), Susanne Jakubczyk (Evangelisches Forum Kassel und Vermittlerin documenta 12), Gudrun Meier (Fachanwältin für Strafrecht), Rafaela Pax (Amnesty International), Axel Selbert (Fachanwalt für Arbeitsrecht), Dr. Jürgen Sojka (Richter) u.a.

“9 Scripts from a Nation at War” ist ein in den letzten zwei Jahren entwickeltes Gruppenprojekt von David Thorne, Katya Sander, Ashley Hunt, Sharon Hayes und Andrea Geyer. Als multimediale Installation reagiert “9 Scripts from a Nation at War” auf seit März 2003 neu aufgetretene Fragen und veränderte Bedingungen. Das Projekt befasst sich mit jenen Prozessen, die dazu führen, dass wir bestimmte “Individuen” - KünstlerInnen, SoldatInnen, StudentInnen, JournalistInnen, Gefangene, Inhaftierte, StaatsbürgerInnen, IrakerInnen, EuropäerInnen, AmerikanerInnen - werden. Es wird gefragt, wie wir dazu werden, gemacht werden oder uns dagegen wehren.

(Quelle: Pressemitteilung vom 08.08.2007 durch Catrin Seefranz, Pressesprecherin documenta12)

Yvonne Rainer

Freitag, August 10th, 2007

Performances von Yvonne Rainer auf der documenta 12 “RoS Indexical” (2007) “AG Indexical, with a little help from H.M.” (2006)

Datum: Donnerstag, 16., Freitag, 17. und Samstag, 18. August
Zeit: jeweils 21.00 Uhr
Dauer: ca. 70 Minuten
Ort: tif - Theater im Fridericianum, Friedrichsplatz 17, Hinter dem Museum, Kassel

Yvonne Rainer ist auf der documenta mit zwei Tanz-Performances vertreten. Sie führt eine neue und eine bereits existierende Tanzchoreografie auf. Das Performancestück “RoS Indexical” wird als Koproduktion von PERFORMA und documenta 12 in Kassel uraufgeführt. Mit diesem Stück unternimmt Rainer eine Überarbeitung der kontroversen Premiere von Igor Strawinskys “Le sacre du printemps” im Théâtre des Champs-Élysées in Paris. Wegen seiner dissonanten und animalisch drängenden Musik und wegen seines “primitiven” Bewegunsrepertoires löste das Stück 1913 einen Skandal aus.
Dieser Tanz, der sich auf eine große Bandbreite von bereits aufgeführten Bewegungen und Gesten stützt - von der BBC-Dramatisierung “Riot at the Rite” bis zu Sarah Bernhardt, Robin Williams, Groucho Marx und Yvonne Rainer - beschwört die Leidenschaft und die Furore herauf, die die Premiere des Originals begleitet haben. Nach der documenta 12 findet die U.S.-Premiere von RoS Indexical vom 18.-19. November 2007 in New York als Teil der PERFORMA07 Biennale statt.

Für das zweite Stück, “AG Indexical, with a little help from H.M.”, greift Yvonne Rainer auf einen Ballettklassiker von 1957 zurück, führt also ein “Reenactment” von “Agon” auf, wobei sie eine eigene Interpretation entwickelt. Das modernistische Stück entstand aus einer Zusammenarbeit des Choreografen George Balanchine und des Komponisten Igor Strawinsky. Mit dem Titel “AG Indexical, with a little help from H.M.” parodiert und analysiert Rainer das große Vorbild, sie intensiviert die Albernheit der Vorlage. So verknüpft sie Kompositionen und Bilder aus früheren Tanzstücken mit neuem Tanzmaterial.

Filmmusik von “The Pink Panther” ersetzt die von Igor Strawinsky komponierte Musik. Rainer entwirft anhand ihrer eigenen Erinnerung und mithilfe von Dokumentationsaufnahmen eine neue Version der von Balanchine ursprünglich für vier Tänzerinnen und acht Tänzer konzipierten Choreografie und schreibt diese für drei Tänzerinnen und die ehemalige Primaballerina des New York City Ballet, Emily Coates, um.
Nachdem Yvonne Rainer den Tanz drei Jahrzehnte zurückgestellt hatte und stattdessen filmte, reflektiert sie in den neuen Stücken ihren eigenen Werdegang.

Tickets: 18,- Euro / ermäßigt 12,- Euro
Ab sofort direkt erhältlich im Kassenbüro, Fridericianum - Eingang Hinterhof - Mo bis Fr von 10.00 bis 18.00 Uhr. Oder Reservierung per e-mail an franke@documenta.de; Abholung dann bis 30 min. vor Beginn der Aufführung an der Abendkasse.

Es gibt ein kleines Kontingent an Pressekarten. Bitte informieren Sie uns umgehend, damit wir Ihre Reservierung entsprechend der Verfügbarkeit vornehmen können.
Bitte teilen Sie uns auch mit, wenn Sie an einem Interview mit Yvonne Rainer Interesse haben. Wir freuen uns, etwas zu arrangieren!

Auf unserer website www.documenta.de finden Sie im Bereich Presse - Pressefoto - KünstlerInnen Bildmaterial zu Yvonne Rainer in hoher Auflösung zum Herunterladen.

——————————————-Und täglich …—————————————————————-
13:00 Lunch Lectures in der documenta 12 Halle http://www.documenta12.de/kalender_d.html?&L=0

Einen Podcast, den unser Medienpartner hr2 täglich aufzeichnet, finden Sie hier http://www.hr-online.de/website/specials/documenta/index.jsp?rubrik=25910

20:30 documenta 12 Filmprogramm im Gloria Kino http://www.documenta12.de/787.html?&L=0

Sowie jeden Freitag, Samstag und Sonntag aushecken im Heckenkabinett http://www.documenta12.de/760.html?&L=0

“RoS Indexical” ist eine gemeinsame Auftragsarbeit und Koproduktion von PERFORMA und documenta 12.

Das PERFORMA-Auftragsprogramm initiiert neue Produktionen und unterstützt KünstlerInnen bei der Schöpfung von herausragenden neuen Performances. PERFORMA arbeitet eng mit den beauftragten KünstlerInnen zusammen - von der Konzeptualisierung bis hin zur Aufführung - und stellt finanzielle Unterstützung und Produktionshilfe sowie Unterstützung für internationale Tourneen zur Verfügung.

PERFORMA07 (01.-20. November 2007) ist die zweite Biennale der neuen Performancekunst und wird präsentiert von PERFORMA, einer gemeinnützigen multidisziplinären Organisation für die Künste, die sich der Untersuchung der wegweisenden Rolle der Live-Performance in der Geschichte der Kunst des zwanzigsten Jahrhundert verschrieben hat und neue Richtungen in der Performancekunst des einundzwanzigsten Jahrhunderts fördern will. PERFORMA wurde 2004 von der Kunsthistorikerin, Kritikerin und Kuratorin RoseLee Goldberg gegründet.

(Quelle: Pressemitteilung vom 09.08.2007 durch Catrin Seefranz, Pressesprecherin documenta12)