Shooshie Sulaiman “Emotional Library”

Performance vom 03. bis 17. Juli an 4 Terminen pro Tag, im Aue-Pavillon. Anmeldung vor Ort erforderlich.

Mit der Arbeit “Emotional Library” (2007) werden für die documenta 12 zwei Bücher von Shooshie Sulaiman im Schloss Wilhelmshöhe in einer Vitrine präsentiert. Da es für Sulaiman ein wichtiger Aspekt ihrer Arbeit ist, dass ihre Bücher für die BetrachterInnen auch unmittelbar wahrnehmbar sind, dass man sie anfassen, an ihnen riechen und die Emotion, mit der sie erstellt wurden, erfahren kann, wird sie dies innerhalb einer begrenzten Zeit ermöglichen.
Vom 03. bis 17. Juli wird jeweils eine BesucherIn für 45 min. im Aue-Pavillon die Möglichkeit haben, mit der Künstlerin in einen offenen Dialog zu treten, sich die beiden Bücher anzusehen und zu lesen, oder sich vorlesen zu lassen und mehr über ihr Entstehen und ihre Hintergründe zu erfahren. Für diese Zeit ist die Vitrine im Schloss Wilhelmshöhe leer und verweist lediglich auf die Performance im Aue-Pavillon.

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“Anna” (1996) und “Botanical Garden” (1996) sind kleine, intime Collagen aus Bild und Text, die zarte, intuitive Erzählungen schaffen. “Anna” erzählt die Geschichte der in der Fantasie einer Mitschülerin existierenden Freundin, in Form von Ausschnitten eines Gespräches zwischen dem Kind, seinem Vater und Anna, der imaginären Freundin. Im Zusammenwirken mit Sulaimans spinnengleichen Zeichnungen, literarischen Zitaten und Fotos beschreibt der Text auf nostalgisch melancholische Weise, wie kindliche Unschuld und Fantasie auf die nüchterne Realität und Skepsis von Erwachsenen treffen.
In “Botanical Garden”, einer Liste von aneinandergereihten Daten und Informationen, die wie abstrakte, bedeutungslose Zeichen wirken, wird Sulaimans Enttäuschung über das universitäre Bildungssystem spürbar. “Botanical Garden” ist mit zynisch wirkenden Anmerkungen sowie Zeichnungen und aufgeklebten Pflanzenteilen versehen. Darin erhält Sulaimans Glaube an die Natur als beste Lehrmeisterin, als Quelle für Wissen, spirituelle Verbundenheit und persönliche Kraft seinen Ausdruck.

(Quelle: Pressemitteilung vom 02.07.2007 durch Catrin Seefranz, Pressesprecherin documenta12)

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