Aktuelle Veränderungen
Ai Weiwei
Die letzte Gruppe der 1001 chinesischen Gäste, die in den vergangenen Wochen die documenta 12 und Kassel besucht und damit zu Ai Weiweis künstlerischer Arbeit Fairytale beigetragen haben, ist abgereist. Sie haben sich wieder auf den Weg nach Peking, Shanghai oder in die chinesische Provinz gemacht. Im Gepäck vielfältige Bilder und Erfahrungen, die auf dieser experimentellen Reise entstanden sind, die auch die “GastgeberInnen” in Kassel nicht unverändert lässt.
Mit dem Enthusiasmus, der den BesucherInnen entgegengebracht wurde, war nicht zu rechnen: Fahrräder wurden gesammelt, Fußballturniere organisiert, Schnellkurse in Chinesisch belegt. Und täglich trafen neue Einladungen für gemeinsame Aktivitäten mit den chinesischen Gäste ein. In der Nordstadt, Wohnort der 1001 Gäste und ein Kasseler Stadtteil mit viel Reise- und Migrationserfahrung, war das Engagement besonders spontan und selbstverständlich: die Beschilderung wurde um chinesische Schriftzeichen ergänzt, die Dönerkneipe in eine Karaokebar verwandelt.
Ai Weiwei bedankte sich ausdrücklich bei den BürgerInnen Kassels für ihre große Gastfreundschaft und Bereitschaft, sich auf die von ihm geplante “Begegnung zweier verschiedener Kulturen” einzulassen. Auf die Frage, ob er denn wehmühtig sei, jetzt wo alle abgereist sind, antwortet Ai Weiwei: “Nein, alle sind noch hier - in der Erinnerung.”
Und Fairytale reist weiter: In den unzähligen Bildern und Begegnungen, die Fairytale entstehen ließ, wird diese künstlerische Arbeit der documenta 12 weiter bestehen, sich durch Filme und Bücher, die Ai Weiwei plant, auch weiter verändern.
Auf unserer website www.documenta.de finden Sie im Bereich Presse Bildmaterial zu Fairytale in hoher Auflösung zum Herunterladen.
“Fairytale” von Ai Weiwei wird finanziert durch die Leister Foundation, Switzerland, die Erlenmeyer Stiftung, Switzerland und durch die Galerie Urs Meile, Beijing - Lucerne.
Sanja Ivekovic
Die PassantInnen des Friedrichsplatzes werden momentan von dem leuchtend roten Mohnfeld der kroatischen Künstlerin Sanja Ivekovic empfangen. Immer wenn die Sonne scheint, werden jetzt Revolutionslieder über den Friedrichsplatz klingen.
Es ertönen jeweils um 12.00 Uhr und um 17.00 Uhr 9 Lieder aus den Lautsprechern. Die ersten 4 Lieder werden von dem Chor der Zagreber Frauengruppe Le Zbor (www.lezbor.org) in kroatischer Sprache gesungen. Le Zbor wurde 2005 mit dem Ziel gegründet, über den Weg der Musik die zurückgedrängte und diskriminierte lesbisch-feministische Soziokultur in Zagreb zu unterstützen. Die hier ausgewählten Revolutionslieder aktivieren die Erinnerung an die sozialistische Vergangenheit Kroatiens.
Die folgenden 5 Lieder werden in den beiden in Afghanistan gesprochenen Sprachen Dari und Pashto von Studierenden der revolutionären Vereinigung der Frauen Afghanistans, RAWA, gesungen. RAWA (www.rawa.org) wurde 1977 als eine unabhängige politische und soziale Organisation afghanischer Frauen in Kabul gegründet und kämpft für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit in Afghanistan.
Auf unserer website www.documenta.de können Sie im geschützten Pressebereich aktuelles Bildmaterial in hoher Auflösung sowie eine Auswahl der Liedtexte in englischer Übersetzung herunterladen. Im Bereich Ausstellungsplan können Sie sich neben den Texten auch 2 Lieder als mp3-file herunterladen.
Die Arbeit “Mohnfeld” von Sanja Ivecovic wird realisiert mit Unterstützung von The Office for Gender Equality of the Government of the Republic of Croatia und von Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, Wien.
(Quelle: Pressemitteilung vom 10.07.2007 durch Catrin Seefranz, Pressesprecherin documenta12)